Blackwell Rückschau: Blackwell Epiphany

Dass auch außerhalb von New York das Leben weitergeht, ist seit Blackwell Convergence ein Thema in der Serie gewesen. Immer wieder bekommt man E-Mails von bekannten Charakteren oder von Personen, die in irgendeiner Weise mit diesen Figuren in Zusammenhang stehen. Die Geschichte vergangener Geister wird weiter gesponnen und selbst die in Deception eher nebensächliche Affäre von Sharpe wird in einer Mail wieder aufgegriffen. Lediglich die Identität von Tomo bleibt weiterhin ein Geheimnis, auch wenn wir annehmen können, dass er Trollgate spielt.

Blackwell Epiphany Screenshot

Ach ja, Trollgate: Bereits in den vorherigen Episoden hat Wadjet Eye Games es verstanden, aktuelle Kommunikationsmedien in das Spielgeschehen zu integrieren. Mit Trollgate kommt nun auch eine Ingame-App. Das Online-Rollenspiel ist allerdings nicht spielbar und dient lediglich als Informationsquelle. Dennoch ist es nur konsequent, dass auch diese Art der Kommunikation genutzt und integriert wird, immerhin sind Computerspiele und gerade Apps doch mittlerweile in der Mitte der Gesellschaft angekommen.

Insgesamt ist auch Blackwell Epiphany keine besonders große Herausforderung für erfahrene Spieler. Seit dem ersten Teil lag der Fokus der Adventure-Spiele aber auch nie auf klassischen Inventarrätseln. Sierra-Lösungen mit Mondlogik waren nie gefragt, stattdessen ging es darum, per Dialog und Informationsbeschaffung die Handlung weiterzutreiben. Und Handlung, das können sowohl Autor Dave Gilbert als auch das Adventure-Genre per se. Selbst als es um den Tod eines Kindes geht und man sich mit dem Geist des Mädchens unterhalten muss, schafft es Gilbert, gleichermaßen die Tragik der Geschehnisse zu vermitteln und dieses doch eher gefährliche Thema stilsicher zu behandeln.

Was bleibt noch zu sagen? Blackwell Epiphany ist das bisher längste Spiel der Serie, beinhaltet so viele Schauplätze, wie noch keine Episode zuvor, und bietet natürlich wieder prächtige Low-Res-Pracht. Die neue Winterzeit wirkt sich stark auf die gesamte Stimmung des Spiels aus und ermöglicht so herrlich düstere Schauplätze. Der Soundtrack greift die bekannten Themen der Vorgängerepisoden natürlich wieder auf und verliert nichts von seiner Wirkung. Dennoch wirken die neuen Themen diesmal etwas unauffälliger.

Somit geht die Blackwell-Serie mit einem echten, spannenden Highlight zu Ende. Fast alle Fäden werden sinnvoll zu Ende gesponnen, und als Spieler stehen wir nun traurig da und vermissen diese Serie und die Charaktere jetzt schon. Gleichermaßen sind wir froh, wie die Geschichte abgeschlossen wurde. Die Tragik, die auf den Schicksalen von Rosa und Joey liegt, macht aus der Blackwell-Serie eine bemerkenswerte, beeindruckende Serie. In seiner Gesamtheit sicherlich ein großes Highlight der letzten Jahre im Adventure-Genre und in der Computerspielszene im Allgemeinen. Und wer weiß? Eine weitere Geschichte in diesem Setting scheint nicht ausgeschlossen, denn das ist eine der Stärken des lokalen Fokus der Blackwell-Serie: Die Reihe zeichnet eine Welt, in der noch viel passieren kann. Vielleicht erfährt man dann ja endlich, wer Tomo ist.

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