Warum Mobile guttut

Dass diese ankommen, ist kein Wunder. Der Spieler von anno dazumal ist älter geworden und verfolgt die Spieleszene vielleicht gar nicht mehr so genau. Seine alten PC- und Konsolenzeiten sind lange Vergangenheit und neben Job und Familie bleibt nicht mehr viel Zeit, sich um das alte Hobby zu kümmern. Ein moderner PC oder gar eine aktuelle Konsole ist nicht im Haus, aber das Smartphone oder das Tablet ist mittlerweile aus der Mitte der Gesellschaft nicht mehr wegzudenken. So bin ich mir sicher, dass ein großer Teil der alten Zielgruppe mittlerweile fast ausschließlich auf ihrem Tablet oder Smartphone zockt.

Niedrige Preise, hohe Fragmentierung

Dazu kommt noch das niedrige Preisniveau der mobilen Systeme, das die Eingangshürde spürbar senkt und die Experimentierfreudigkeit der Zielgruppe signifikant steigert. Sicher, im mobilen Segment steckt vielleicht nicht so viel Geld, dafür erwartet aber auch keiner ein 120-Stunden-Epos. Darüber hinaus finanzieren sich auch kleinere Spiele im Erfolgsfall schnell selbst, zumindest wenn man überhaupt etwas verlangt. Nirgends dürfte die Dichte der vermeintlich kostenlosen Spiele höher sein, als in den Stores, die In-App-Käufe nativ unterstützen.

Diese ganze Infrastruktur fördert die Möglichkeiten kleiner Teams, die dadurch Spiele erstellen können, die gar nicht weit von den Klassikern der 1980er und der frühen 1990er entfernt sind und damit eine Lücke füllen, die von den großen Publishern viel zu lange offen gelassen wurde. Nicht umsonst orientieren sich unter anderem auch die Designlegenden Sid Meier (Civilization) und Peter Molyneux (Populous) mittlerweile neu. Mit Ace Patrol und Godus haben die beiden Schwergewichte der 1990er ihren Fokus nun auch auf den Smartphone-und Tablet-Markt gelegt.

Godus Meteorstrike

Peter Molyneux‘ Godus will vor allem auf dem Tablet überzeugen

Doch nur weil diese Geräteklasse den technischen Fortschritt ein wenig zurückgedreht hat, heißt das nicht, dass der Markt ein Abbild der früheren Zeit ist und dieselben Gesetzmäßigkeiten gelten. Gerade die rapide Entwicklung der Geräte und die damit zwangsweise aufkommende Fragmentierung können in naher Zukunft zu einem großen Problem werden. Fragt mal einen Besitzer eines iPads der ersten Generation, welche Spiele er noch spielen kann. Die Performance-Schere wird mit jedem Jahr signifikant größer und auch Apple mit seinem deutlich längeren OS-Support wird irgendwann zugeben müssen, dass ein iPad 2 eben nicht mehr den aktuellen Ansprüchen genügt. Schon jetzt schließen etwas aufwendigere Spiele wie XCOM – welches im Übrigen beweist, dass man auch aktuelle Spiele durchaus auf die mobilen Geräte portieren kann – das älteste iOS-8-Gerät aus. Noch scheinen sich Entwickler darüber keine Sorgen zu machen, wie das kürzlich erschienene World of Tanks beweist. In einem Interview mit GBase beschreibt Entwickler Wargaming.net die Skalierung auf älteren Geräten als „nicht so schwer zu realisieren“.

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.