Tschüss Google Stadia! Liefert jetzt Microsoft? (Nimm mit #4)

Chance für Microsoft?

Nun ist der Markt der Gaming-Streaming-Dienste noch nicht besonders groß, allerdings kann man davon ausgehen, dass die Anzahl der Interessenten größer werden wird. Für einen ambitionierten Mitstreiter wäre also durchaus Platz und aktuell bringt sich Microsoft in eine günstige Situation. Dort sammelt der Xbox Game Pass schon seit einigen Monaten nicht nur gute Kritiken, sondern auch Kunden. Bei dem Abo-Dienst dürft ihr aus einer großen Menge an AAA- sowie Indie-Spielen auswählen und diese lokal auf euren Geräten spielen. Für 10 Euro im Monat ist das an sich schon ein guter Deal. Nun bietet der US-Riese auch noch den Game Pass in einer Ultimate-Fassung an, der 5 Euro mehr kostet und euch Zugriff auf diese Spiele auf euren Xbox-Konsolen und den PC erteilt. Viel wichtiger ist aber, dass in diesem Paket das Cloud-Gaming enthalten ist. Der früher xCloud genannte Streaming-Dienst gibt euch die Möglichkeit, Xbox-Spiele auf Android-Smartphones zu streamen, ohne eine Konsole euer Eigen zu nennen. Da dies mit dem Game Pass gekoppelt wurde, müsst ihr die Spiele darüber hinaus auch nicht noch mal extra kaufen. Und technisch funktioniert das schon jetzt deutlich reibungsloser als alles, was Google Stadia bisher angeboten hat.

Quelle: microsoft.com

Es gibt aber noch viel zu tun und die Zeit drängt: Microsoft sollte jetzt anfangen, das Marketing und die Kommunikation hochzufahren und allen klar machen, dass man die beste Wahl für Gaming-Streaming ist. Darüber hinaus ist es bisher nur möglich, über Android-Endgeräte am Xbox Cloud Gaming teilzunehmen. Wichtig wäre es, dass man nun so schnell wie möglich auch den Zugang für PC-Besitzer*innen und Smart-TV-Nutzer*innen eröffnet, um so viele Endgeräte wie möglich abzugreifen. Es gibt genügend Spieler*innen, die lediglich einen Laptop oder einen Fernseher besitzen, die aber gerne mal ein Halo oder ein Outer Worlds spielen wollen. Außerdem wären diese Endgeräte mit ihrer Möglichkeit, sich per Kabel zu verbinden, deutlich besser für Streaming geeignet als Smartphones.

Ebenfalls müsste Microsoft sich so langsam überlegen und kommunizieren, wie sie sich die technische Zukunft vorstellen. Aktuell sind lediglich Xbox-Spiele per Cloud erhältlich, weil die Infrastruktur auf umgebaute Xbox-One-S-Konsolen basiert. Das limitiert nicht nur die Spieleauswahl, sondern auch die grafische Qualität der angebotenen Titel. Ein Upgrade auf Xbox-Series-S-Niveau sollte zeitnah erfolgen. Außerdem sollte man sich überlegen, ob PC-Titel nicht auch noch eine sinnvolle Ergänzung wären, z.B. um die vielen Strategie-Titel anbieten zu können.

Wir sehen: Es gibt genügend zu tun für die Redmonder und es besteht die Gefahr, dass Microsoft sich diese Chance nehmen lässt. Es wäre ja nicht das erste oder gar das zehnte Mal, dass man Trends im Consumer-Bereich verpasst und am Ende trotz guter Ideen und einer eigentlich guten Startposition alles in den Sand setzt.

Microsoft könnte Nutznießer werden und muss zeigen, dass man sich festbeißen möchte. Wenn die Xbox-Macher*innen jetzt aber am Ball bleiben, könnten sie für die nächste Zeit nicht nur Marktführer im Bereich der Streaming-Dienste werden, sondern auch für längere Zeit die einzige sinnvolle Option für Spieler*innen werden, die zuhause keinen leistungsstarken Rechner stehen haben.

Was denkt ihr? Wird Microsoft die Chance nutzen oder wird Stadia vielleicht doch noch zu einer ernsthaften Alternative? Schreibt an schwertmeister@nimmidol.de oder lasst einen Kommentar da.

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