Warum will ich eine Xbox Series S? (Nimm Mit #1)

Aber die Leistung! Was ist mit der Leistung?

Kommen wir also zur Leistung. Kritiker*innen sagen, die Xbox Series S sei doch gar kein richtiges Next-Gen-Gerät! Es habe weniger TeraFlops als die Xbox One X! Sie halte die Entwickler*innen zurück, sodass sich auch echte Next-Gen-Spiele auf den kleinsten gemeinsamen Nenner einigen werden müssen! Ich sehe das anders. Natürlich ist die Series S deutlich schwächer als die Series X. Aber wie viel schwächer ist sie tatsächlich? Und ist die Konsole wirklich schwächer als die Xbox One X? Die TeraFlops-Zahl suggeriert das, aber ganz so einfach ist die Geschichte ja dann doch nicht.

Zunächst der Vergleich mit der tatsächlich sehr starken Xbox One X mit ihren beeindruckenden 6 TeraFlops, denn hier ist die Geschichte eigentlich relativ einfach. Die gesamte Architektur der Series S ist deutlich moderner als die der Xbox One X. Immerhin sprechen wir von einem RDNA2-Grafikeinheit bei der neueren Konsole. Dieser neue Grafikchip von AMD ist deutlich effizienter und hat zum Beispiel Hardware-Raytracing-Support. Es geht nicht immer nur um reine Zahlenspiele, sondern auch um Features, die hardwareseitig unterstützt werden. Und da sind Series S und Series X gleichwertig. Die reine Muskelkraft ist bei der aktuellen Low-Budget-Konsole also tatsächlich schwächer, dafür weiß Microsofts kleine, weiße Box besser, wie man die eigenen Stärken richtig einsetzt.

Wo die beiden Konsolenvarianten übrigens wirklich so gut wie gleichwertig sind, ist bei den Prozessoren. Beide Varianten besitzen dieselbe Generation an Zen-2-CPUs und sind lediglich 200 MHz voneinander entfernt. Wenn man überlegt, dass bei der letzten (noch aktuellen) Konsolengeneration gerade die Prozessoren zum Flaschenhals mutierten, ist das hier eine gute Nachricht. Hier müssen sich Spieleentwickler*innen nicht limitieren und können sowohl für Series S als auch für Series X neue Spielkonzepte ausprobieren.

Bildquelle: microsoft.com

Aber dennoch gibt es natürlich zwei große Unterschiede zwischen den beiden Xbox-Varianten, die man nicht wegdiskutieren kann: Grafikpower und Arbeitsspeicher. Die Series S ist keine 4K-Maschine und realistisch gesehen wird man dort eher 1080p-Spiele sehen, auch wenn Microsoft hier 1440p als Zielauflösung angibt. Wie wichtig das für einen ist, muss jeder für sich selbst entscheiden. Ich persönlich habe zwar einen 4K-Fernseher, bin aber selbst mit 900p-Spielen auf der Nintendo Switch mehr als zufrieden. Die Auflösung ist für mich ab einer gewissen Zahl eher uninteressant. Für mich zählt die Grafikqualität und die Framerate. Ich tausche gerne 4K gegen eine kleinere, hoffentlich leisere und auf jeden Fall stromsparendere Konsole. Insbesondere letzteres ist für mich wichtig und ich finde, dass der eigentliche Verbrauch der Geräte über die Jahre leider zu selten in die Entscheidungsfindung der Spieler*innen eingeht.

Was ich überhaupt nicht einschätzen kann, ist die Limitierung des Arbeitsspeichers. Klar, durch Smart Delivery werden die Spiele kleiner, wenn eine niedrigere Auflösung angepeilt wird. Dadurch ist meiner Meinung nach auch der kleinere SSD-Speicher erstmal kein großartiges Problem. Texturen und andere Ressourcen, die auf 1080p ausgerichtet sind, sind ein Vielfaches kleiner als Dateien für 4K-Spiele. Wie viel Einfluss die deutlich geringere Übertragungsgeschwindigkeit hat, kann ich jedoch nicht einschätzen. Hier muss man Tests abwarten.

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