Warum will ich eine Xbox Series S? (Nimm Mit #1)

Warum All-Digital gerade jetzt ein schlauer Move ist

Bevor wir uns wieder der Technik zuwenden, muss ich noch mal kurz auf das Thema “All Digital” eingehen. Die Xbox Series S wird kein optisches Laufwerk besitzen und ist daher vollständig auf das digitale Angebot des Microsoft Stores angewiesen. Seit Jahren gibt es aber eine laute Menge an Leuten, die ein ausschließlich digitales Angebot ohne physische Medien ablehnen, verteufeln und alleine deshalb die Xbox Series S bereits abschreiben – nicht nur für sich selbst, sondern auch für alle anderen. Diese Konsole werde in den Augen der Skeptiker keinen Erfolg haben. Und wieso auch? Microsoft probierte das bereits mit der Xbox One S All-Digital Edition, oder kurz: SAD. Tatsächlich ist diese Edition nicht nur unfreiwillig komisch benannt, sondern scheinbar auch nicht besonders erfolgreich. Während die reguläre Xbox One S noch produziert wird, ist die digitale Edition im Juli 2020 bereits wieder abgekündigt worden. Konkrete Zahlen behält sich Microsoft natürlich wie immer vor.

Auch in Bezug auf die Langlebigkeit und die historische Aufbewahrung von Spielen ist eine rein digitale Konsole nicht ideal. Ohne die Möglichkeit, ein physisches Medium “für immer” aufzubewahren und abzuspielen steht die Xbox Series S natürlich im totalen Kontrast zu dieser löblichen Bewegung. Zu viele Spiele sind bereits einfach so aus den diversen digitalen Stores verschwunden. P.T. ist dahingehend natürlich das beste Beispiel. Noch immer wechseln PlayStation-4-Konsolen mit der installierten Version der nicht mehr verfügbaren Demo des eingestellten Horror-Spiels Silent Hills für fast 1.000€ den Besitzer.

Bildquelle: microsoft.com

Doch wie viele Leute interessieren sich wirklich dafür? Auf Smartphones und Tablets ist diese Art der Content-Belieferung schon längst Standard. “Das sind aber nur diese elendigen ‘Casual-Gamer’”, höre ich es schon klingeln. Auf keinen Fall! Auch bei “Core-Gamern”, dem Kernsegment der Branche, sind digitale Stores schon längst akzeptiert. Wie sonst ist es zu erklären, dass auf den Discs von PC-Spielen immer weniger drauf ist und ohne Scham auf Steam verwiesen wird? Auch auf Konsolen steigen Download-Zahlen und Download-Only-Veröffentlichungen. Digital ist in und auch ich muss mir eingestehen, dass ich als Liebhaber von physischen Datenträgern mittlerweile wahrscheinlich deutlich in der Unterzahl bin. Das muss mir nicht gefallen, es ist aber die Realität.

Vielleicht ist das auch gar nicht schlimm? Preisaktionen gibt es auch in den ach-so-teuren Digital-Shops immer wieder (Hallo Ubisoft!) und es kommen eh so viele neue Spiele raus, dass man alleine dafür ja eigentlich anbauen müsste. Und ganz im Ernst: Meine Steam-Bibliothek ist mittlerweile annähernd so groß wie meine analoge PC-Bibliothek.

Für wen das aber auf gar keinen Fall ein Problem ist, sind die, nennen wir sie mal Mainstream-Spieler*innen. Wie viele es davon gibt? Ich weiß es nicht genau, aber irgendwer kauft ja jedes Jahr FIFA, Madden oder NBA 2K-Irgendwas. Auch für Spieler*innen, die neben ihrem Smartphone eine Konsole haben wollen, ist eine digitale Spielekonsole interessant. Immerhin kennen die gar nichts anderes. Ich denke, das mögliche Publikum ist gar nicht so klein, wie man überall liest und 2020 könnte daher auch bei Konsolen der Durchbruch für All-Digital-Geräte werden, immerhin macht es die PlayStation 5 ja auch ähnlich.

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