Blackwell Rückschau: Blackwell Epiphany

Da ist es also, das letzte Kapitel der Blackwell-Serie, die mich in den letzten Wochen so treu begleitet hat. Und was bin ich traurig, dass es zu Ende ist, was sowohl an diesem Fakt an sich als auch an der Art und Weise liegt, wie die Serie das Buch schließt.

Achtung: Spoiler!

Da wir die Geschichte und ihre Eigenheiten stellenweise im Detail besprechen werden, gibt es hier einige Spoiler. Also wenn ihr das Spiel noch nicht zu Ende gespielt habt, seht euch vor!

Der Reihe nach: Nun ist Blackwell Epiphany schon mehr als ein Jahr alt, und nachdem der vorläufige dramatische sowie erzählerische Höhepunkt in Blackwell Deception eine epische Geschichte andeutete, die die Welt umspannt, fängt Epiphany zunächst seltsam unspektakulär an. Mal wieder dürfen Rosangela und Joey einem verirrten Geist helfen, seinen Frieden zu finden. Mit einem großen Unterschied: Dass unsere beiden Protagonisten überhaupt an diesem schrecklich kalten Wintertag vor Ort sind, haben sie Detective Durkin zu verdanken. Der Polizist aus dem vierten Teil arbeitet mittlerweile inoffiziell mit Rosa zusammen, um Licht in ungeklärte Todesfälle zu bringen. Freilich ohne genauer zu hinterfragen, wie die junge Blackwell-Dame so viel herausfinden kann.

Nach dem üblich gemächlichen Beginn geht es aber schnell zur Sache. War die komplette Zerstörung eines Geistes in Deception noch ein Schockeffekt zum Finale, schlägt ein ähnlicher Vorfall hier direkt zu Beginn den Ton an. Plötzlich ist nicht nur der Seelenfrieden Verstorbener die erste Priorität des Duos, nun geht es um die Existenz der Seele an sich. Und dabei treffen Rosa und Joey auf allerhand verstörte und verstörende Charaktere, die die gesamte Palette der Dramatik inklusive Suizid und Kindertod ausspielen.

Die im Vorgänger noch angedeutete globale Verschwörung wurde dabei mehr oder weniger fallen gelassen. Im Laufe des Spiels wird zwar klar, dass diese noch existiert, dennoch haben Rosa und Joey mit der lokalen Situation schon alle Hände voll zu tun. Auch wenn das zunächst ein wenig enttäuschend sein mag, hat die„kleine und lokale Geschichte dennoch genug Drive, um zu packen, was natürlich an den Charakteren liegt, denen Dave Gilbert mal wieder perfekt Leben einhaucht. Die wichtigen Figuren verhalten sich durchweg nachvollziehbar, die clever geschriebenen Dialoge wirken natürlich.

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